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Das zweite Leben der Wüste Köditz

Das Wohnquartier in der Saalfelder „Wüste Köditz“ wird im Oktober fertig sein. Damit hat sich der AWO Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt e.V. erneut an ein Projekt gewagt, das keiner so recht anpacken wollte. Jahrelang standen die Gebäude der ehemaligen Bauberufsschule in Saalfeld leer und das war nicht zu übersehen.

„Viel zu schade, um dem Verfall preisgegeben zu werden“, befanden die Verantwortlichen und erwarben den Gebäudekomplex nebst Gelände Ende 2014. Es war keine leichte Aufgabe, aus diesem Altbau ein attraktives Wohnquartier zu machen. Obgleich die Lage genau das bietet, was der naturliebende Stadtbewohner sucht: unweit des Saaleufers gelegen, alter Laubbaumbestand, keine zehn Minuten Fußweg zur Stadtmitte. Aber damit es überhaupt losgehen konnte, musste zunächst einmal die Brücke über den Köditzgraben statisch saniert und für LKWs befahrbar gemacht werden. Von Herbst 2015 bis zum Sommer 2018 wurde fortan emsig beräumt, gebaut, eingerichtet. In einem Altbau stößt man immer auf unerwartete Hindernisse, aber auch auf Erhaltenswertes. So wurde beispielsweise die bunte Mosaiksäule, die einst im ehemaligen Eingangsbereich von den sozialistischen Werten in der DDR kündete und noch immer ein Blickfang ist, restauriert. Sie wird nun weiterhin das Treppenhaus zieren. Im Obergeschoss ist der Saalfelder Künstler Kristian Körting am Werk und gestaltet gleichfalls eine Säule – sozusagen eine imaginäre Fortsetzung des Vergangenen in unsere gegenwärtige Zeit. Eine schwierige Aufgabe, die noch nicht vollendet ist. Wir dürfen gespannt sein.

Kürzlich bekamen die ersten Mieter eine Einladung zur Besichtigung, dabei erfüllt sich für viele bald ein lang gehegter Wunschtraum. Bei den insgesamt 35 Zwei-, Drei-  und Vierraum-Wohnungen zwischen 40 und 93 qm ist Individualität die Regel, unterschiedliche Grundrisse erlauben variable Lösungen. Zu jeder Wohnung gehört ein Keller. Fast alle Wohnungen sind mit Fahrstuhl erreichbar. Ebenso verfügen alle über einen Balkon, der durch eine grandiose Aussicht in Richtung Saaleufer mit Blick auf hohe, alte Laubbäume punktet. Überhaupt fühlt man sich hier wie auf dem Land – die Geschäftigkeit der Innenstadt scheint weit weg. Und doch ist es nur ein kleiner Spaziergang bis zum Marktplatz.

Die Parkplätze für die Mieter auf dem Außengelände sind fertig gestellt, auch an Besucherparkplätze wurde gedacht. Nichts erinnert mehr an die brach liegende Landschaft, die sich noch vor zwei Jahren hier ausbreitete. In einem Flachbau gegenüber dem Wohngebäude sind Fahrradboxen – teilweise mit separater Ladestation für E-Bikes - untergebracht. Der ehemalige Sportplatz wird in Parzellen aufgeteilt, die interessierten Mietern als kleine Gärten zur Verfügung gestellt werden. Ein Wäscheplatz und ein wunderschöner Spielplatz komplettieren die Wohnanlage. Alles in allem eine runde Sache - ein Konzept, das viele Menschen ansprechen wird.

Damit hat sich die alte Bauberufsschule wie Phönix aus der Asche erhoben. Und das hat sie auch verdient: Viele der Handwerker und Bauarbeiter, die hier tätig waren und es noch sind, haben ihre Lehre einst in diesen Räumen absolviert. Somit verdanken sie ihr Wissen und Können gewissermaßen dieser Schule und konnten es nun zurückgeben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Aufschrift „Bauberufsschule“ am ehemaligen Haupteingang wurde erneuert und erinnert so an die damalige Zeit des Lernens und Lehrens.

Es ist ein Angebot entstanden für Menschen, die auf die Vorteile des Stadtlebens nicht verzichten wollen, aber dennoch naturnah leben möchten. Hier hat der AWO Kreisverband Saalfeld Rudolstadt e.V. erneut einen Beitrag geleistet, um die Stadt Saalfeld attraktiver für seine Bewohner zu machen. Die Verwaltung und Vermietung erfolgt über die Firma Beck:

Fa. Beck Immobilien GmbH
Langenschader Str. 25
Tel. 03671/57630