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Gäste aus Athen besuchen AWO-Kindergärten

Erzieherinnen der AWO-Kitas im Landkreis sind seit 2012 mit dem EU-Bildungsprogramm „Comenius“ und dem Nachfolger „Erasmus+“in Sachen Erfahrungsaustausch europaweit unterwegs. Bis in den Hohen Norden nach Norwegen und in südliche Gefilde nach Griechenland reicht ihr Aktionsradius. In der letzten Woche waren drei griechische Kolleginnen aus der Deutschen Schule in Athen in Saalfeld zu Gast.

Erzieherinnen der AWO-Kitas und drei Kolleginnen aus Athen
die Gäste zu Besuch in den Feengrotten
Aschlussgespräch in der AWO-Geschäftsstelle

Für Ute Salewski, die Kita-Fachberaterin der AWO Saalfeld-Rudolstadt, war es ein Wiedersehen mit Freunden. Schon 2014 war sie mit einer kleinen Gruppe in Athen zu Gast, um erste Kontakte zu knüpfen, insbesondere mit dem dort angegliederten Kindergarten. Am Montag, dem 15. Februar 2016 begrüßte sie drei Kolleginnen aus Athen - Irini Chova, Alexandra Kefalidou und Christina Moumtzaki – und startete mit ihnen ein intensives Besuchs- und Gesprächsprogramm. Erster Anlaufpunkt war die AWO-Kita “Bunte Spielwelt” in Kamsdorf. Verena Reichmann, die Kita-Leiterin, war damals in Athen dabei und stellte ihre Einrichtung, die 120 Kindern Platz bietet, mit viel Engagement und Informationen zur Arbeitsweise mit dem Thüringer Bildungsplan und der konzeptionellen Umsetzung vor. Weitere Besuche galten den AWO-Einrichtungen “Am Goldfischteich”, der integrativen AWO-Kita “Sonnenland” in Saalfeld sowie dem AWO-Kindergarten “Fröbelhaus” in Bad Blankenburg. Überall gab es einen regen Informationsaustausch. Praktische Fragen zur inklusiven Erziehung und zur frühkindlichen Bildung im Kindergartenbereich mit verschiedenen pädagogischen Ansätzen standen im Mittelpunkt. Natürlich ist es immer interessant zu erleben, wie die praktische Arbeit vor Ort gestaltet wird. Wie sind die Räumlichkeiten, wie werden die Abläufe organisiert. Das Hospitationsprogramm war straff organisiert, dennoch sollten die Gäste auch etwas von unserer schönen Thüringer Heimat zu sehen bekommen. Ein Besuch der Saalfelder Feengrotten und des Fröbelmuseums in Bad Blankenburg rundeten deshalb den Studienaufenthalt der griechischen Besucherinnen ab.

Am Freitag hieß es “Abschied nehmen”. In der AWO-Geschäftsstelle im Rainweg 91 fand ein abschließendes Gespräch über die erlebnisreichen Tage statt. Hier waren auch schon der Ausblick und die Vorfreude auf den nächsten Austausch im Frühjahr ein Thema. Vom 4. bis 8. April 2016 werden wieder drei “neugierige” Kolleginnen aus Athen nach Saalfeld kommen und diese nutzbringende Zusammenarbeit fortführen. Ganz im Sinne von Erasmus übrigens, der schon im 15. Jahrhundert viel in europäischen Landen unterwegs war und sich um Verständigung, Kommunikation und Toleranz bemühte. Er wurde zum Namensgeber dieses EU-Bildungsprogrammes für lebenslanges Lernen, das das Ziel verfolgt, die berufliche Bildung und die Kinder- und Jugendarbeit europaweit zu modernisieren. Die Realisierung dieses zukunftsweisenden Projektes geschieht an der Basis, unmittelbar mit praktischer Arbeit - so wie jetzt in Saalfeld und in Athen. Damit für unsere Kinder Weltoffenheit, Verständigung und Respekt keine Fremdworte bleiben.

„Ein Bürger der Welt zu sein begehre ich, allen gemeinsam oder lieber für alle ein Fremdling.“

Erasmus von Rotterdam