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Integration braucht Zeit und Ideen

Eine „Botschaft für Flüchtlinge“ wollen sie vermitteln und nennen ihr Projekt ganz bewusst „Angekommen“. Leysen Gizatullina und Marion Kolb vom Integrationsbüro des AWO Kreisverbandes Saalfeld-Rudolstadt e.V. sind seit Sommer 2016 zuverlässige Ansprechpartnerinnen für Flüchtlinge und Asylsuchende im Landkreis.

In vielfältiger Weise helfen sie den Geflüchteten bei der Bewältigung des Alltags. Sie begleiten bei Behördengängen oder zum Arzt, vermitteln Sprachkurse oder organisieren Hausaufgabenhilfe – die Liste der Aktivitäten ist lang. Ziel ist immer: die geflüchteten Menschen zu befähigen, sich zurechtzufinden und sich aktiv in unsere Gesellschaft einzubringen, zu integrieren. Mittlerweile werden die beiden engagierten Frauen durch viele ehrenamtliche Helfer unterstützt. Durch Christa Hofmann beispielsweise, die lange Zeit bei der AWO beschäftigt war und nun im Ruhestand ist. Sie ist inzwischen für drei syrische Familien, deren Kindern sie beim Erlernen der deutschen Sprache und bei den Hausaufgaben hilft, so etwas wie eine Ersatzoma geworden. Bei der Hausaufgabenhilfe engagieren sich weitere vier Frauen. Jeden Dienstag von 16.00 bis 18.00 Uhr sind sie aktiv und halten auch den Kontakt zur Schule, besuchen Elternabende und sind selbst in den Ferien für ihre Schützlinge und deren Familien da. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Kreativkurse für Kinder.

Um privates Engagement zu fördern und damit die Bereitschaft, beim Abbau von Hemmnissen und bei der Förderung des Verständnisses anderer Kulturen mitzuwirken, wurde von der Thüringer Ehrenamtsstiftung der Engagementfonds „nebenan angekommen“ eingerichtet. Angesprochen sind neben etablierten Partnern für Ehrenamt auch Vereine, Initiativen, Nachbarschaften. So können beispielsweise  Lern- und Alltagspatenschaften, Sprachtandems, Nachbarschaftsfeste, Workshops, Kunst- und Musikprojekte oder Sportveranstaltungen gefördert werden. Das Team des AWO Integrationsbüros ist ein Projektpartner des Engagementfonds vor Ort und arbeitet mit vielen Partnern wie dem Bildungszentrum, der Caritas, der Diakonie oder dem Jugendamt zusammen. Das AWO Integrationsbüro bietet ausdrücklich denen Hilfe an, die sich interkulturell engagieren möchten, sei es mit Hilfe bei der Antragstellung, der Realisierung von Ideen oder der Abrechnung der Projekte. Einen Schwerpunkt sieht Leysen Gizatullina bei der Sprachnachhilfe, bei der Anbahnung von Patenschaften und der Hausaufgabenhilfe. Ebenso ist der Bedarf an Beratung in vielen Bereichen wie Schule, Kita, Ausbildung, Führerschein, Umzug oder Studium nach wie vor groß.

Wer sich engagieren möchte, wendet sich bitte an Leysen Gizatullina oder Marion Kolb vom AWO Integrationsbüro im Rainweg 70, Tel.: 03671-563396.